2026 wird mein Jahr! Das Jahr, in dem ich meine Diss endlich abgebe? Abwarten. Was aber klar ist: Auch 2026 geht nichts ohne meine Lieblingstools!
Nein, meine Tools nehmen mir nicht die Arbeit ab. Die Arbeit mache ich selbst – mit oder ohne Tools. Aber die richtigen Tools vereinfachen so vieles. Sie helfen mir dabei, einen Überblick zu behalten und mein Projekt zu organisieren. Durch meine Tools habe ich alles an einem Ort – bzw. an ein paar wenigen Orten innerhalb meines Computers, und nicht in unzähligen Ordern und Papierstapeln auf verschiedenen Regalen verteilt. Und wenn mein Kreativitäts-Kontingent für den Moment aufgebraucht ist, ich aber noch nicht mit der Arbeit fertig bin, helfen sie meinem Gehirn auf die Sprünge.
2025 habe ich viel recherchiert und fleißig Literatur gesammelt, und dabei natürlich auch viele Notizen rausgeschrieben. 2026 werde ich hauptsächlich an meinem eigenen Text arbeiten und dabei auch viel in meine Notizen schauen. Meinen Text schreibe ich auf Englisch, und ich verwende auch nur englischsprachige Quellen. Aber weil das noch nicht genug ist, habe ich nebenbei noch andere Projekte – wie eben meinen Blog.
Wie funktioniert das? Oder, besser gesagt: wie nutze ich meine Tools, dass es funktioniert? Das erkläre ich dir in diesem Artikel.
Scrivener – Unschlagbar für große Schreibprojekte
Seit ein paar Jahren arbeite ich mit Scrivener, und ich kann mir das Schreiben ohne dieses Tool nicht mehr vorstellen! Scrivener ist eine Schreibsoftware für große Schreibprojekte, die so viel mehr bietet als normale Textverarbeitung.
In Scrivener habe ich nicht einfach ein langes und immer länger werdendes Dokument, in dem ich endlos hin- und herscrollen muss, um z. B. einen bestimmten Abschnitt wiederzufinden. Ich habe auch nicht unzählige einzelne Dokumente, die ich getrennt abspeichere und dann suchen und öffnen muss, um z. B. in einem vorherigen Kapitel etwas nachzusehen oder einen Abschnitt in ein anderes Kapitel zu verschieben. Stattdessen habe ich in Scrivener ein Projekt, in dem alle meine Textdokumente gespeichert werden. In der Mappe kann ich die einzelnen Texte schnell wiederfinden, öffnen, bearbeiten oder hin- und herschieben. Bei Bedarf kann ich mir auch in Scrivener alles als einen langen Text anschauen.
Zusätzlich gibt es den Recherche-Ordner für Notizen, Quellen und andere Materialien sowie Notizseiten zu jedem Textdokument. Eine meiner Lieblingsfunktionen sind die Schnappschüsse: Mit einem Klick kann ich einen Schnappschuss von einem Text erstellen, bevor ich ihn bearbeite. So kann ich meine Änderungen nachverfolgen und gegebenenfalls eine vorherige Version wieder herstellen.
Es gibt (mindestens!) 10 Gründe, warum du deine Diss mit Scrivener schreiben solltest – und mit meinen Tipps schaffst du den Einstieg garantiert!
Für mich war Scrivener ein echter Gamechanger, und auch 2026 wird dieses Tool mein (fast) täglicher Begleiter sein.
Notion – Datenbanken und To-Do-Listen
Ebenfalls seit ein paar Jahren bin ich begeisterte Nutzerin den Notiz- und Organisationstools Notion. Darin organisiere ich vieles (und es wird immer mehr!), unter anderem meine vielen Ideen für Blogartikel, die ich irgendwann schreiben will (so viele Ideen, so wenig Zeit!).
Auch für meine Diss organisiere ich vieles in Notion. So habe ich z. B. eine Datenbank für meine Kapitel erstellt, in der ich für jedes Kapitel einen Überblick über meine To-Dos sowie Platz für Notizen habe. Da ich gerade am Überarbeiten meines Textes bin, wobei sich auch das eine oder andere an der Gliederung ändert, erstelle ich parallel dazu eine neue Datenbank für die 2026er Fassung. So behalte ich einen noch besseren Überblick, was alles zu tun ist.
Neben den Kapitel-Datenbanken habe ich in Notion u. a. auch eine große To-Do-Liste für meine Überarbeitungen und eine Datenbank für meine Literaturliste. Hier liegt allerdings auch eine kleine Schwäche von Notion, wenn man es für akademische Arbeiten nutzen will: Für Literaturverwaltung ist Notion nicht so gut geeignet. Deswegen stehen in meiner Notion-Datenbank nur Autor und Jahr, aber keine vollständigen Literaturangaben (dafür verwende ich Zotero).
Zotero ist für die detaillierten Angaben und die Bibliographie. Notion dagegen ist zum Sortieren und Organisieren während der Arbeit: Welchen Text brauche ich für welche Kapitel, welchen habe ich schon gelesen und welchen noch nicht, aus welchem habe ich schon Notizen rausgeschrieben? All diese Dinge kann ich in meiner Notion-Datenbank eintragen und habe sie so alle auf einen Blick. Ich kann die Datenbank-Einträge sogar danach sortieren und gruppieren, was es nochmal übersichtlicher macht.
OneNote – meine eigene Diss-Bibliothek
Ich sitze schon eine ganze Weile an meiner Doktorarbeit. Scrivener kannte ich anfangs noch nicht, und Notion gab es noch gar nicht.
Stattdessen habe ich in den ersten paar Jahren sehr viel in OneNote gemacht: To-Do-Listen und Literaturlisten angelegt und seitenweise Notizen angesammelt. So viel, dass es irgendwann in Chaos ausgeartet ist – was jetzt dank meiner Notion-Datenbanken nicht mehr so leicht passiert.
Aber auch OneNote hat durchaus seine Vorzüge, sodass es weiterhin zu meinen Lieblingstools zählt. Während Notion für Organisatorisches unschlagbar ist, nutze ich für Inhaltliches – wie z. B. für meine Notizen aus Fachartikeln – weiterhin OneNote. Während man in Notion auf jeder Seite weiter Seiten anlegen und so seine Dokumente immer weiter verschachteln kann (= Chaos-Gefahr), funktioniert OneNote wie ein Karteikasten: Man kann verschiedene Notizbücher erstellen, und jedes Notizbuch bekommt mehrere Abschnitte, die jeweils mehrere Seiten haben können. Die Seiten kann man innerhalb eines Abschnitts in Hierarchien aus Seiten und Unterseiten anordnen, oder man kann alle Seiten in einem Abschnitt alphabetisch sortieren.
Ich habe mir ein PhD Library Notizbuch erstellt, in welchem ich Notizen zu meinen Quellen sammle. Für jeden Text habe ich eine Seite angelegt, auf die ich meine Notizen aus und zu diesem Text eintragen kann. PDF-Dateien mit Fachaufsätzen kann ich auf OneNote-Seiten anhängen, sodass ich sie bei Bedarf schnell öffnen kann, um z. B. nochmal etwas nachzulesen. Und wenn ich mal eine Grafik oder eine Tabelle besonders interessant finde, kann ich sie über Einfügen → Bildschirmausschnitt ganz einfach rauskopieren und in meine Notizen einfügen.
So finde ich dann beim Schreiben alles leicht wieder: Meine Notizen, interessante Grafiken und die Original-PDFs.
Zotero – Überblick über lange Literaturlisten
Bei akademischen Texten sind genaue Quellenangaben bekanntlich Pflicht. Zum Glück gibt es auch hierfür viele nützliche Tools.
Im Laufe der Jahre habe ich einige davon ausprobiert. Jahrelang war Citavi mein absolutes Lieblingsool, und auch EndNote habe ich viel genutzt (und tatsächlich auch noch in Betrieb, auch wenn ich es nicht mehr so häufig nutze). Auch Mendeley habe ich glaube ich irgendwann mal getestet. Inzwischen bin ich allerdings bei Zotero angekommen, und es ist in den letzten zwei, drei Jahren mein neues Lieblingstool für Literaturverwaltung geworden.
In Zotero organisiere ich meine Literatur – d.h. die bibliographischen Angaben zu allen Büchern und Fachartikeln, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe und die ich in meiner Diss verwende. Auch zusätzliche Informationen, z. B. in welcher Bibliothek das Buch steht und mit welcher Signatur, trage ich in meine Zotero-Bibliothek ein.
Als ich 2025 fleißig neue Literatur rausgesucht habe, sind viele neue Einträge zu meiner Zotero-Bibliothek dazugekommen. Aus Bibliothekskatalogen und Literaturdatenbanken geht das ganz einfach über die Zotero-Browsererweiterung – mit einem Klick kann ich einen Eintrag übernehmen. Wenn das mal nicht funktioniert, kann ich natürlich auch alle Informationen von Hand eingeben.
Wenn ich dann – hoffentlich irgendwann im Laufe des Jahres 2026 – soweit fertig bin, kann ich mir von Zotero ein Literaturverzeichnis erstellen lassen. Zotero wird eines meiner wichtigsten Tools 2026, auch wenn ich es nicht jeden Tag nutzen werde. Aber, wie gesagt – vollständige und richtige Literaturangaben sind für eine Doktorarbeit wichtig, und dafür sorgt bei meinem Projekt Zotero.
Sprach-Tools: Wenn ich mal mit meinem Englisch am Ende bin
Ich schreibe meine Diss auf Englisch. Und wenn ich eines gut kann, dann ist das Englisch. Ich denke sogar manchmal auf Englisch oder schreibe mir Notizen auf Englisch oder in einem Englisch-Deutsch-Mix. Aber Englisch ist nun einmal nicht meine Muttersprache, und das merke ich manchmal doch, wenn ich meinen langen akademischen Text auf Englisch schreibe. So gilt auch hier: Nicht ohne meine Lieblingstools!
Es gibt eine ganze Menge Tools, die ich beim Schreiben auf Englisch nutze – mal mehr das eine und mal mehr das andere. 2026 werden vor allem diese Tools bei mir eine wichtige Rolle spielen:
- Dictionary.com – ein sehr gutes und ausführliches einsprachiges Wörterbuch.
- Thesaurus.com – ein Synonymwörterbuch, das mir schon viele gute Vorschläge geliefert hat!
- Leo.org – ein zweisprachiges Wörterbuch, das ich nutze, wenn ich dann doch mal wieder auf Deutsch denke und mir ein Wort auf Englisch nicht einfällt.
- DeepL Write – unschlagbar für stilistische Korrekturen. In der nächsten Überarbeitungsphase wird DeepL Write wieder eines meiner wichtigsten Tools werden!
Notion-Kalender und Time Boxing
Neues Jahr, neues Glück? Jedenfalls probiere ich 2026 auch mal etwas Neues: Zeitplanung mit dem Notion-Kalender.
Ich bin ja sowieso total begeistert von Notion, und so wurde es Zeit, dass ich auch mal den Kalender ausprobiere. Erster Eindruck: Super! In den Notion-Kalender kann man wie in jeden anderen Kalender Termine eintragen, und man kann ihn mit anderen digitalen Kalendern verknüpften. Zusätzlich kann man Verbindungen mit Notion-Datenbanken einrichten. Wenn man dann Termine mit Datum in eine Notion-Datenbank einträgt, werden sie automatisch auch im Notion-Kalender angezeigt. Diese Einträge können dann sowohl in der Datenbank als auch im Kalender bearbeitet werden, wenn man sie z. B. als erledigt abhaken oder auf einen anderen Tag verschieben will.
Mit dem neuen Kalender teste ich auch ein neues Zeitplanungssystem: Timeboxing – bzw. meine eigene Version davon. Bei dieser Methode werden bestimmte Zeitboxen für bestimmte Aufgaben reserviert, in denen man sich darauf konzentriert. Idealerweise wird man innerhalb der Zeit fertig – denn es heißt auch, dass man für jede Aufgabe genauso lange braucht, wie man dafür Zeit hat.
Da bin ich ehrlich gesagt nicht so ganz sicher. Wie oft schon wollte eines meiner Tools nicht so, wie ich wollte, und ich musste die Hilfeseiten durchsuchen – und bis ich die Antwort auf mein Problem gefunden hatte, war schnell eine halbe Stunde um.
Trotzdem glaube ich, dass Timeboxing die ideale Methode für mich sein könnte, auch wenn es höchstwahrscheinlich auf meine ganz eigene Variante davon hinauslaufen wird. Denn gerade, wenn man mehrere Projekte gleichzeitig jongliert (bei mir Doktorarbeit, Blog & Business, Weiterbildungen), sind Zeitboxen gut geeignet.
Noch stehe ich damit ganz am Anfang, aber ich glaube, der Notion-Kalender und die Zeitboxen werden 2026 zu wichtigen Tools werden.
Zettel und Stift – und viele bunte Klebezettel!
Notion, OneNote, Scrivener, Zotero – alles großartige Tools, mit denen mir die Arbeit an meiner Diss viel leichter von der Hand geht. Aber manchmal brauche ich einfach die altmodische Art und schreibe tatsächlich mit der Hand.
Manchmal kann ich besser denken oder mich auch besser konzentrieren, wenn ich mit der Hand schreibe. Gerade, wenn ich Ideen sammeln oder das Chaos in einem meiner Textabschnitte sortieren will, geht das am besten mit Papier und Stift. So kann ich einfach drauflosschreiben und auch mal Stifte in verschiedenen Farben verwenden. Für farbliche Markierungen, mit denen ich sehr gerne arbeite, muss ich am Computer immer erstmal hier etwas markieren und dort etwas anklicken; aber auf Papier nehme ich einfach nur einen anderen Stift in die Hand. Und wenn mir eine zusätzliche Idee kommt, für die auf dem Blatt eigentlich kein Platz mehr ist – dann schreibe ich diese Idee auf ein Post-it und klebe es dazu.
Das Chaos in meinem Kopf, wenn ich mal wieder mehrere Ideen gleichzeitig habe, sortiere ich auch mit Zettel und Papier. Ich brüte über einem Abschnitt für meine Doktorarbeit, und plötzlich fällt mir ein To-Do für meinen Blog ein? Kein Problem: Ich nehme mir einen meiner bunten Klebenotizen, schreibe das To-Do da drauf und klebe ihn irgendwohin, wo ich ihn sehe. Dann weiß ich, ich werde es nicht vergessen; und ich kann erstmal in Ruhe weiterarbeiten. Später, wenn wieder Blog-Zeit ist, kann ich es erledigen.
Tatsächlich habe ich immer mehrere Notizbücher in Betrieb und auch einen „altmodischen“ Kalender in Notizbuchform, in dem ebenfalls immer viele bunte Post-its kleben.
Das sind sie also – die Tools, die mich durch das Jahr 2026 begleiten werden.
Mit welchen Tools wirst du 2026 arbeiten? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

Liebe Carmen, toller Einblick in deinen Tool-Alltag! 😊 Spannend zu lesen, wie du Scrivener, Notion & Co. kombinierst – da habe ich mir direkt ein paar Ideen vorgemerkt! Viel Erfolg für dein Schreibjahr 2026 und natürlich deine Diss!
Liebe Grüße, Petra